Berichte aus der Kampfkunstwelt national


Über die Kampfmoral

Kampfmoral war schon immer eine notwendige Disziplin in der chinesischen Kampfkunstgesellschaft. Lehrer betrachten die Kampfmoral seit langer Zeit als das wichtigste Kriterium, um Schüler zu beurteilen, und sie haben es zum wichtigsten Teil des Trainings in den traditionellen chinesischen Kampfkünsten gemacht. Es umfasst zwei Aspekte: die Moral der Tat und die Moral des Geistes.

 

Moral der Tat beinhaltet: Demut, Respekt, Rechtschaffenheit, Vertrauen und Loyalität.

Moral des Geistes besteht aus: Wille, Ausdauer, Beharrlichkeit, Geduld und Mut.

 

Traditionell wurden nur jene Studenten als würdig erachtet, die diese Moralvorstellungen kultiviert hatten. Von den beiden Aspekten der Moral ist die Moral der Tat wichtiger, weil sie die Beziehung des Schülers mit Meister, Trainer und Klassenkameraden, anderen Kampfkünstlern und der allgemeinen Öffentlichkeit betrifft. Schüler, die in ihren Handlungen nicht moralisch sind, sind nicht würdig, unterrichtet zu werden, da sie nicht vertrauenswürdig sind und nicht respektiert werden können. Außerdem können sie ohne die Moral der Tat die Kunst missbrauchen und ihre Kampfkraft nutzen, um unschuldige Menschen zu verletzen. Daher werden Meister ihre Schüler normalerweise lange Zeit sorgfältig beobachten, bis sie sicher sind, dass die Schüler ihre Moralvorgaben erfüllt haben, bevor sie eine ernsthafte Ausbildung beginnen.

 

Die Moral des Geistes ist für die Selbstkultivierung, die erforderlich ist, um das endgültige Ziel zu erreichen. Die Chinesen gehen davon aus, dass wir zwei Gedanken haben, einen "emotionalen Geist" (Xin) und einen "Weisheitsgeist" (Yi). Normalerweise, wenn eine Person in etwas versagt, ist es, weil der emotionale Verstand ihr Denken dominiert hat und oder der Dialog zwischen den Beiden nicht zu Stande gekommen ist. Die fünf Elemente in der Moral des Geistes sind die Schlüssel zum Training, und sie führen den Schüler zu dem Stadium, in dem der Weisheitsgeist mit dem emotionalem Geist im Einklang sein kann. Diese Selbstkultivierung und Disziplin sollte das Ziel jeder Kampfkunsttrainingsphilosophie sein.

 

Moral der Tat

 

Demut kommt von der Kontrolle Ihrer Gefühle des Stolzes. In China heißt es: "Zufriedenheit (Stolz) verliert, Demut bringt Vorteile." Wenn du mit dir selbst zufrieden bist, wirst du nicht tief nachdenken, und du wirst nicht bereit sein zu lernen. Wenn du jedoch bescheiden bleibst, wirst du immer nach Wegen suchen, um dich selbst zu verbessern, und du wirst  weiter lernen. Denke  daran, dass dem Wissen keine Grenzen gesetzt sind. Es spielt keine Rolle, wie tief du gesucht hast, es gibt immer eine tiefere Ebene. Konfuzius sagte: "Wenn drei Leute vorbeigehen, muss einer von ihnen mein Lehrer sein." Es gibt immer jemanden, der auf irgendeinem Gebiet talentierter oder erfahrener ist als du. Die Chinesen sagen: "Es gibt immer einen Mann jenseits des Mannes, da ist ein Himmel über dem Himmel." Wie kann man auf sich selbst stolz sein?

Respekt ist die Grundlage deiner Beziehung zu deinen Eltern, Lehrern, deinen Kommilitonen, anderen Kampfkünstlern und allen anderen Menschen in der Gesellschaft. Respekt macht eine harmonische Beziehung möglich. Die wichtigste Art des Respekts ist jedoch die Selbstachtung. Wenn du dich selbst nicht respektieren kannst, wie kannst du andere respektieren oder erwarten, dass sie dich respektieren? Respekt muss verdient werden!

Vertrauen beinhaltet, vertrauenswürdig zu sein und sich selbst zu vertrauen. Du musst eine Persönlichkeit entwickeln, der andere Menschen vertrauen zu können. Zum Beispiel solltest du  Versprechen nicht leichtfertig halten, aber wenn du ein Versprechen abgegeben hast, solltest du es erfüllen. Vertrauen ist der Schlüssel zu Freundschaft und der beste Weg, Respekt zu erlangen. Das Vertrauen eines Freundes ist schwer zu gewinnen, aber leicht zu verlieren. Selbstvertrauen ist die Wurzel des Vertrauens. Du musst lernen, Dein Selbstvertrauen aufzubauen und es extern zu demonstrieren. Nur dann kannst du das Vertrauen und den Respekt anderer verdienen.

Loyalität ist die Wurzel des Vertrauens. Du solltest deinem Lehrer und deinen Freunden gegenüber loyal sein, und sie sollten dir auch treu sein. Loyalität lässt gegenseitiges Vertrauen wachsen. In den chinesischen Kampfkünsten ist es besonders wichtig, dass es eine Loyalität zwischen dir und deinem Meister, Trainer gibt. Diese Loyalität beruht auf dem Fundament des Gehorsams gegenüber deinem Meister. Gehorsam ist die Voraussetzung für das Lernen.  Du musst dich sowohl körperlich als auch geistig vor deinem (wahren) Lehrer verbeugen. Nur das wird die Tore des Vertrauens öffnen. Ein (wahrer) Lehrer wird niemanden unterrichten, der sich immer um seine eigene Würde sorgt. Denke  daran, vor deinem Lehrer hast du keine Würde.

 

Moral des Geistes

 

Wille (Yi Zhi)

Es dauert normalerweise eine Weile, um einen starken Willen zu zeigen. Dies liegt an dem Kampf zwischen dem emotionalen Geist und dem weisheitlichen Verstand. Wenn dein Weisheitsgeist und dein emotionaler Geist in einem Einklang sind, wirst du in der Lage sein, richtig zu handeln und dein Wille kann andauern. Ein starker Wille hängt von der Aufrichtigkeit ab, mit der Sie sich Ihrem Ziel verpflichten. Dies muss von tief in dir kommen und kann nicht nur ein zufälliges, vages Verlangen sein. Oft verlassen die Schüler, die am Anfang den größten Lerneifer zeigen, das Training früh wieder, während jene, die ihren Eifer tief in ihrem Herzen verbergen, am längsten bleiben.

Ausdauer, Beharrlichkeit und Geduld (Ren Nai, Yi Li, Heng Xin)

Ausdauer und Geduld sind die Manifestationen eines starken Willens. Menschen, die erfolgreich sind, sind nicht immer die Klügsten, aber sie sind immer diejenigen, die geduldig sind und beharrlich sind. Menschen, die wirklich weise sind, benutzen Weisheit nicht nur, um ihr Denken zu lenken.

 

Mut (Yong Gan)

Mut wird oft mit Tapferkeit verwechselt. Mut entsteht mit dem Verständnis, das vom Verstand der Weisheit kommt. Tapferkeit ist die äußere Manifestation des Mutes und kann als das Kind der Weisheit und der emotionalen Gedanken angesehen werden. Wenn du zum Beispiel den Mut hast, eine Herausforderung anzunehmen, bedeutet das, dass dein Verstand die Situation verstanden hat und eine Entscheidung getroffen hat.

Es ist Mut, sich einer Herausforderung zu stellen, der man sich stellen muss. Erfolgreiches Auftreten von Mut erfordert jedoch mehr als nur eine Entscheidung von Ihrem Weisheitsgeist. Sie brauchen auch eine gewisse psychologische Vorbereitung, damit sie emotional ausgeglichen sein können; Das wird Ihrer Tapferkeit eine feste Wurzel geben, so dass sie aushalten kann. Häufig haben Sie nicht genug Zeit, um zu denken und eine Entscheidung zu treffen. Ein weiser Mensch bereitet sich immer auf die möglichen Situationen vor, so dass er im Falle eines Ereignisses bereit ist und Mut beweisen kann.

 

Energy Fit & Fight Arts -Schulen und -Studenten müssen diese Konzepte verstehen, demonstrieren und fördern und daran arbeiten, die Kampfmoral als einen integralen Bestandteil aller Kampfkunst-Trainings wiederherzustellen.

San Shou ( Freihand ) ist ein formloses Nahkampfsystem, welches eine Synthese traditioneller chinesischer Kampftechniken darstellt. Während der Republikanischen Ära (1912-49) wurde San Shou als modernes Nahkampfsystem in der Whampoa-Militärakademie entwickelt. Nach der Gründung der Volksrepublik China wurden in den 50ern des 20. Jahrhunderts durch die Volksbefreiungsarmee ausgewählte chinesische und andere asiatische sowie westliche Kampfkunststile untereinander kombiniert ,San Shou wird laufend weiter entwickelt. Das sportliche San Shou (San Da (freier Kampf) wurde dann später von einigen Wushu Kung-Fu-Lehrern neben den modernen Taolu Formen als Wettkampfform entwickelt. Im Vordergrund des Trainings steht die Verbesserung der kämpferischen Fähigkeiten und Kenntnisse, die für den realistischen Zweikampf notwendig seien, während dem Perfektionieren von Formen keine Bedeutung zugemessen wird.

Text & Bilder: Jacek Zajac


Return of the Dragon

11. Hall of HONOurs Munich 2018

Den „Hall of Honours“ Veranstaltungen von Gregor Huss haftet ja schon seit Jahren ein gewisser Glamourfaktor an. Jenseits von Meister und Großmeistern aller Stile trifft man auch mancherlei Stars und Sternchen aus der bunten Welt der Kampfkünste und wo kann man das sonst schon in Deutschland? Dieses Jahr aber wartete er für mich mit einem weiteren Highlight auf. Der Dragon war in München gelandet. 

 

Das Neue ist des Alten Feind. Das weiß auch Gregor. Wenn ein Event zu oft zu gleich ist wird es langweilig und in einer schnelllebigen Welt ist nichts tragischer, als wenn man in den Verdacht gerät, immer das Gleiche anzubieten. Wer es also schafft eine Veranstaltung 11 Jahre am Leben zu erhalten und zum Erfolg zu führen, der muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. 

 

2017 standen ja bereits der Umzug in den traditionellen Hofbräukeller in der Münchner Innenstadt sowie die Neueinführung des Strong Man/Woman Wettkampfes auf der Agenda. Letzterer entstand unter der Federführung vom mehrmalige Bodybuilding Weltmeister Benno Stangl und dem Fitnessmodel Agata Dowding. 

 

Dann gibt es natürlich die Stars und Sternchen, die einen erwarten. Filmlegende Cynthia Rothrock, Hollywoodgröße Dr. Robert Goldman, Stuntgirl Anqi Nimbach, Großmeister Samuel Kwok und Schauspieler Silvio Simac, der aus unzähligen Action- und Kampfsportfilmen, von „Man of Tai Chi“ bis „Undisputed 2“ bekannt ist zählen ja schon fast „zum Inventar“ des Events. Was für Kampfsportler der „alten Garde“ wie mich in den 90ern unglaublich schien ist plötzlich zur Realität geworden. Das Hollywood der Kampfkunststars mitten in München. 

Doch der Mensch ist schnell unzufrieden und gelangweilt und so gilt selbst hier, das Neue ist des Alten Feind und wer das Event regelmäßig besucht, der läuft Gefahr das sicherlich nicht ganz einfach zu organisierende Staraufgebot als selbstverständlich zu nehmen. Um dem entgegen zu wirken hat Gregor Huss dieses Jahr nochmal einen echten Knaller drauf gesetzt. Neben den „üblichen Verdächtigen“ waren auch Kickboxlegende und Schauspieler Daisy Lang hier und der für mich coolste Neuzugang Don „the Dragon“ Wilson. Der 11fache Kickboxweltmeister und bekannte Genre-Schauspieler aus zahllosen Martial Arts Filmen zeigte sich dann auch als ziemlich unterhaltsamer und lustiger Geselle, der wie Cynthia Rothrock auch „den Star zum anfassen“ bestens verkörperte. 

Doch der Mensch ist schnell unzufrieden und gelangweilt und so gilt selbst hier, das Neue ist des Alten Feind und wer das Event regelmäßig besucht, der läuft Gefahr das sicherlich nicht ganz einfach zu organisierende Staraufgebot als selbstverständlich zu nehmen. Um dem entgegen zu wirken hat Gregor Huss dieses Jahr nochmal einen echten Knaller drauf gesetzt. Neben den „üblichen Verdächtigen“ waren auch Kickboxlegende und Schauspieler Daisy Lang hier und der für mich coolste Neuzugang Don „the Dragon“ Wilson. Der 11fache Kickboxweltmeister und bekannte genre-Schauspieler aus zahllosen Martial Arts Filmen zeigte sich dann auch als ziemlich unterhaltsamer und lustiger Geselle, der wie Cynthia Rothrock auch „den Star zum anfassen“ bestens verkörperte. 

Text: Andreas Leffler, Bilder: Archiv Warrior Magazin


Schmetterlingsmesser im Chow Gar Kung-Fu

Über den Autor

Sifu Ali Ol ist direkter Schüler von Meister Ho Kim Hung in der Linie von Großmeister Chow Biu (1899-1961). 2000 gründete er die German Chow Gar Association und unterrichtet  den Chow Gar Kuen Stil in Siegen an seine Schüler. 2009 veröffentlichte Sifu Ali Ol das erstes Buch über das Chow Gar Kuen in deutscher Sprache. 2015 wird Sifu Ol in die Hall Of Fame des Warrior Magazin aufgenommen und ist freier Autor dessen.

 

Der Stil

Das Chow Gar Kuen Kung-Fu, das auch unter dem Begriff Hung Tou Choy Mei bekannt ist, wurde von Meister Chow Lung in der Provinz Guangdong gegründet. Heute zählt es zu den bekanntesten südlichen Kung-Fu Stilen weltweit. Dieser einzigartige Stil, der sich aus 3 verschieden Systemen (Hung Gar Kuen, Choy Gar Kuen, Northern Shaolin zusammensetzt hat viele Anhänger auf der ganzen Welt und erfreut sich heute einer großen Bekanntheit. Das Training in den vielen Chow Gar Schulen weltweit beinhaltet die überlieferten Verteidigungstechniken, Löwentanz sowie eine unterschiedliche Anzahl (ca. 30-50 Formen je nach Schule/Meister) von traditionellen Handformen, Waffen- und Partnerformen.

 

Die Schmetterlingsmesser

Keine Waffe ist enger mit dem kriegerischen Erbe Südchinas verbunden als die Schmetterlingsmesser. Sie sind ein weit verbreiteter und unverwechselbares Zeichen der dortigen Kampfkünste. Ob Chow Gar, Hung Gar, Choy Lay Fut, Lau Gar, Wing Chun um nur einige zu nennen, haben diese Waffe in ihrem Repertoire als fester Bestandteil des Waffentrainings. Der Ursprung und die Entwicklung der Messer ist leider heute nicht mehr nachvollziehbar oder zurückzuverfolgen. Jedoch kann man davon ausgehen, das diese Messer wie viele andere traditionelle Waffen auch, aus den umfangreichen Arsenal der altchinesischen Haushaltgegenstände wie dem Hackmesser hervorgegangen ist und sich im Laufe der Geschichte zu einer Militär- und Kampfwaffe entwickelt hat. Erste Berichte über diese Waffe tauchen in der westlichen Welt erstmals Anfang des 19.Jahrhunderts in Aufzeichnungen von Missionaren und Handelsreisenden auf. Erst in der Zeit des ersten Opiumkrieges (1839-1842) fanden einige, durch das britische Militär erbeutete Exemplare ihren Weg nach Europa. Fälschlicherweise wurden diese Waffen damals als Doppelsäbel deklariert, was jedoch dem damaligen Wissenstands in Europa über die Waffen des alten Chinas entsprach. Jedoch ist es offensichtlich das die Form der Klingen (Bild a/b) eine ganz andere war und nicht der Form entsprach wie wir sie heute kennen. Die heutige Form der Schmetterlingsmesser mit den breiten Klingen ist erst Anfang des 20. Jahrhunderts (Bild 2) entstanden. An den Hauptmerkmalen dieser Waffe hat sich jedoch bis heute nichts verändert. So ist allen gleich, das die Messer einen Halbgriff haben. Man kann die Klingen so zusammenfügen das sie in eine Hülle oder Scheide passen. Auch an der Idee das die Klingenvorderseite scharf und die Rückseite Stumpf ist hat sich bis heute nichts verändert. Ein weiteres Merkmal ist der am Handschutz weitergeführte Haken der Messer. Theoretisch soll man mit diesen Haken die gegnerische Waffe fangen und durch entsprechende Hebelbewegung den Gegner entwaffnen. Beschämend muss ich an dieser Stelle jedoch zugeben, das mir nach 30 Jahren Training mit den Schmetterlingsmessern und vielen Sparringskämpfen gegen schnell und geschickt agierende Schwert- und Säbelkämpfer (mit Holzwaffen) es kaum oder sehr schlecht gelungen ist diese zu Entwaffnen. Natürlich sind meine Erfahrung mit der Prämisse, dass es Praktiker gibt die dies beherrschen. Was jedoch für mich einleuchtender und praktischer Umzusetzen war, ist das Einhaken des Daumens am Haken für schnelle Drehungen der Messer nach innen. Nach dem dre­hen liegen die Messer so an den Unterarmen, dass ohne Schwierigkeiten Blöcke ausgeführt oder mit dem Stumpf des Griffes Stiche und Schläge ausgeteilt werden können.

 

Die Wahl der richtigen Waffe

Die Wahl der falschen Waffe kann bei der Ausführung der Techniken fatal sein und den Fortschritt verlangsamen. Bei Techniken, wo die Messer auch nach innen gedreht werden, sollte man darauf achten, dass die Haken ge­nug Platz bieten, damit sie einfach zu handhaben sind. Auch auf eine gute und solide Qualität sollte man achten, denn man möchte ja keinen losen Handgriff oder eine krumme Klinge haben. Besondere Beachtung gebührt der Größe der Handgriffe: Wenn man kleine Hände hat, ist es schwerer, mit großen Handgriffen komfortabel umzugehen. Umgekehrt ist es mit großen Händen sehr schwer, mit kleinen Handgriffen sauber umzugehen. Schmetterlingsmesser gibt es in verschiedenen Größen, Gewichten und Preislagen. Sie können aus verschiedenen Metallen hergestellt sein, wie Aluminium, verchromten Stahl oder Edelstahl. Die Preise variieren von ca. 50,- Euro für das einfache Paar bis hin zu 600,- Euro für Einzelanferti­gungen.

 

Unterschiedliche Namen

Für Laien sind die verschiedenen chinesischen Namen unter den die Schmetterlingsmesser betitelt werden etwas verwirrend, jedoch beziehen sich die verschieden Namen größtenteils auf die gleiche Waffe. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit und der absoluten Richtigkeit sind nachfolgend einige Beispiele und Erklärungen für die unterschiedlichen Namen dieser Waffe:

Chow Gar Kuen -

Bao Jong Do (Kantonesisch) - Unterarmmesser steht für die Länge der Klingen, die der Länge der Hand und des Unterarms des Benutzers entspricht.

Hung Gar / Hung Kuen / Choy Li Fut Systeme -

Ji  Mou Dou (Kantonesisch) - Mutter und Kind Messer steht für die harmonische Zusammenarbeit der Messer. Das Kind folgt der Mutter und umgekehrt. Ein Messer folgt dem anderen.

Wu Dip Seung Do / Wu Dip Do  (Kantonesisch) - Schmetterlingsmesser steht für das Einklappen und Ausklappen der Messer das an den Flügelschlag eines Schmetterlings erinnert.

Wing Chun / Wing Tsun / Ving Tsun Systeme -

Baat Cham Do / Baat Zaam Do (Kantonesisch) - Acht Richtungs- oder Punktemesser steht für die Angriffspunkte welches Handgelenke, Fußgelenke, Kniegelenke und Ellenbogengelenke sind.

Wushu allgemein  

Hu Die Dao (Mandarin/Hochchinesisch)

 

Koordination 

Mit dem Messern können sehr starke und effektive Doppelblöcke ausgeführt werden, wobei sie entweder zu Abwehr gekreuzt werden oder parallel geführt zum Block genutzt werden. Ein weiterer enormer Vorteil dieser Waffen sind simultan ausgeführte Blöcke und Schnitte/Hiebe. Eine Waffe dient der Abwehr und mit der anderen kann man sehr effiziente Schnitte ausführen ohne dabei die Bewegung unterbrechen zu müssen.

 

Schrittarbeit

Die Schrittarbeit sollte dynamisch und schnell erfolgen und ohne jedes zögern. Die Augen dürfen zu keiner Zeit den Kontakt zum Gegner verlieren. Die Stellungswechsel müssen logischerweise von alleine und ohne nachzudenken funktionieren, damit der gesamte Fokus auf den Gegner gerichtet werden kann. 

 

Der Nutzen heute

Obwohl diese alte traditionelle chinesische Waffe im Zeitalter vom Schusswaffen offensichtlich keinen praktischen Nutzen mehr zu scheinen hat, ist sie immer noch vol­ler Vorzüge für den Kung-Fu Praktizierenden. Das Training mit den Schmetterlingsmessern vergrößert die Stärke, insbesondere der Handgelenke und Unterarme, die Ausdauer, das Timing und die Augen-Hand-Fuß-Koordination. Außerdem legen die Schmetterlingsmesser den Grundstein für ande­re Doppelwaffen. Man sollte auch immer in Erinnerung behalten, dass diese Waffe eine Verlängerung der Hand/der Arme ist und jede Technik, die man mit den Waffen ausführt, kann eventuell genauso mit der leeren Hand/Arm angewandt werden. Dadurch wird dem Studierenden eine größere Viel­zahl von Techniken, aus denen er wählen kann, zur Verfügung gestellt und er bekommt ein tieferes Verständnis für seinen Kung-Fu Stil.

Text: Ali Ol, Bilder: German Chow Gar Association